Geschichte der Bürgerschützengilde St. Georgi Epe

Die Gilde

 

Die Geschichte der Bürgerschützengilde St. Georgi
In vielen Beiträgen und Protokollen ist die Geschichte der St. Georgi Gilde beschrieben. Ein sehr bemerkenswerter und wertvoller Aufsatz zur geschichtlichen Entwicklung
wurde von Dr. Heinrich Kemper, Münster, unter dem Titel: „Die St.-Georgi-Gilde zu Epe“ verfasst und in den Festzeitschiften zum 325- und 350jährigen Jubiläum veröffentlicht.

Eine Kurzfassung erschien 1978 in den Westfälischen Nachrichten:

Geschichte der Bürgerschützengilde St. Georgi Epe

In unruhiger Zeit entstanden

Den Anlass zur Gründung der Gilde mögen die unruhigen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges gegeben haben. Die befestigten Plätze in der Umgebung von Epe waren von den feindlichen Hessen besetzt. Auch mit den holländischen Generalstaaten stand das Stift Münster auf Kriegsfufß. Sicher aber hat die Gilde von Anfang an neben dem Schutz gegen äußere Feinde auch naheliegende andere Aufgaben, so z.B. den Feuerschutz, übernommen. Sehr bald schon sehen wir die Armenfürsorge in ihrer Hand. Mit dem Anbruch ruhigerer Zeiten hat sie allmählich immer neue Aufgaben übernommen, besonders auf dem Gebiete der Selbstverwaltung des  Gemeinwesens.

Gilde stellt Bürgermeister

Am Anfang wurden Jahr für Jahr zwei neue Gildemeister gewählt. Vom Jahre l656 an werden diese auch als Bürgermeister bezeichnet. Als Bürgermeister begegnen uns Mitglieder zahlreicher alter Eper Familien: Nacke, Meiners, Brefeld, Gerwens Weilink, Löbberding, Boemer, Kellvers und Winkels.

1628 gegründet

Zunächst sei versucht, das Alter und den ursprünglichen Zweck der St. Georgi-Gilde zu bestimmen. Im Jahre 1610 fand eine Visitation der Kirche zu Epe statt, über die ein genaues Protokoll vorliegt. Es wird darin eine Catharinenbruderschaft unter den Bauern erwähnt. Hätte die Georgi-Gilde schon damals bestanden, so hätte der Pfarrer sie sicher nicht unerwähnt gelassen.

Man kann ohne Zweifel das Jahr 1628 als das Gründungsjahr ansehen, denn die Schützenkette des heutigen Bürgerschützenvereins enthält als ältestes Stück einen silbernen Vogel aus diesem Jahre. Dass die St.-Georgi-Gilde eine alte Schützenbruderschaft ist, geht aus zahlreichen Eintragungen hervor.

Wenn wir uns heute die Entwicklung der Gilde vor Augen führen, so fällt uns die Fülle der Aufgaben auf, die sie in kurzer Zeit an sich zieht. Sie entwickelt sich so sehr zum Träger der Selbstverwaltung der Dorfgemeinde, dass der ursprüngliche Charakter als Schützenbruderschaft ganz in den Hintergrund tritt.

St.-Georgi-Gilde ist schließlich die Bürgerschaft; Mitglied der St.-Georgi-Gilde zu sein, heißt vollberechtigter Bürger sein. Wer an den Geschehnissen der fast 400-jährigen Geschichte der Gilde weiteres Interesse hat, kann dies in den letzten Jubiläumszeitschriften nachlesen.

Kreislauf der Entwicklung

Epe war ein Dorf, das an Einwohnerzahl zahlreiche Kleinstädte überragte. So strebte mannach städtischen Vorbildern. Die Quelle des Wohlstandes war der Woll- und Leinenhandel, der von alters her nach Holland betrieben wurde. Die wirtschaftliche Blüte der Niederlande kam auch dem deutschen Grenzland zugute. Aber etwa vom Jahre 1700 an scheint diese Entwicklung ins Stocken gekommen zu sein. Es hat den Anschein, dass die Spanne zwischen 1700 und 1800 eine Zeit des wirtschaftlichen Stillstandes, wenn nicht der des Rückganges war. So nahm die Zeit der Gilde und Bürgerschaft die frühere Bedeutung, und sie wurde wieder das, was sie in ihren Anfängen gewesen war, eine Schützengilde.

Als solche lebt sie ununterbrochen fort bis in unsere Tage.

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